Chronik der SG Walluf
Die Geschichte der SG Walluf reicht bis ins Jahr 1932 zurück. Einige junge sportbegeisterte Männer hatten sich, trotz der weltweiten Wirtschaftskrise mit 6,1 Millionen Arbeitslosen im Deutschen Reich, zum Ziel gesetzt, zur organisierten Ausübung ihres Sportes einen Verein ins Leben zu rufen.

Am 30. Januar 1932 wurde im damaligen Gasthaus "Zur Rose" in der Johannisbrunnenstraße die Gründungsversammlung einberufen. Die verantwortlichen Gründer waren Julius Ganns, Josef Hopf, Franz Kiefer, Konrad Mager, Wilhelm Walter und Valentin Hammer, der kommissarisch zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Diese vorläufige Vereinsführung bereitete nun die erste Generalversammlung vor, die schließlich am 12. März 1932 mit 44 stimmberechtigten Mitgliedern stattfand. Die Abstimmung brachte folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender Ferdinand Führer
2. Vorsitzender Karl Schnok
1. Schriftführer Karl Bender
2. Schriftführer Julius Ganns
1. Kassierer Valentin Hammer
2. Kassierer Josef Roth
Zeugwart Josef Hopf
Spielausschuß Karl Schnok (Vorsitzender)
Albert Rau
August Bund
Julius Ganns
Otto Schultheis
Spielführer Fritz Asselborn (1. Mannschaft)
Wilhelm Kifferle (2. Mannschaft)
Mannschaftsbegleiter Alfred Spiegelhalter
Friedrich Friepan
Platzmeister Josef Hopf
Karl Ritter
Platzordner Franz Kiefer
Karl Ritter
Karl Schnok
Wilhelm Walter

Als Vereinsfarben wurden die nassauischen Landesfarben blau/orange gewählt. Die Mitgliederversammlung entschied sich zudem für den Vereinsnamen SV Niederwalluf, da auch die Möglichkeit zur Ausübung anderer Sportarten bestehen sollte.

Erstes großes Ziel war die Errichtung eines Sportplatzes. Unter tatkräftigem Einsatz und mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Spiegelhalter konnte dies schon nach kurzer Zeit realisiert werden.

Dieser Sportplatz (ein "Rasenplatz") lag hinter dem jetzigen, quer in Richtung Schierstein. Das heutige Sportfeld entstand erst 1960 durch Auffüllen eines alten Schuttplatzes um ca. 1,75 Meter.

Der Verein wurde dem Süddeutschen Fußballverband angeschlossen und in die B-Klasse eingruppiert. Erster Gegner unserer 1. Mannschaft war der Fußballclub 1913 Erbach/Rhg.

Die politische Machtübernahme 1933 hatte in der gesamten Sportorganisation umwälzende Neuerungen im Gefolge, die auch unseren Verein spürbar trafen. Die Sportverbände wurden aufgelöst und in den Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert. So war es schon ab 1935 immer schwieriger einen normalen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, da in zunehmendem Maße Aktive zur Wehrmacht einberufen wurden. Trotz dieser Umstände gelang es unserer damaligen Jugendmannschaft, betreut von Karl August Reinacher, 1937 die Kreis- und Bezirksmeisterschaft zu erringen.
Doch spätestens nach Kriegsausbruch 1939 kam das Vereinsleben endgültig zum Erliegen.

Das Ende des unseligen Krieges 1945 bedeutete auch für den SV Niederwalluf den absoluten Nullpunkt. Städte und Dörfer unseres Heimatlandes lagen in Schutt uns Asche, Hunger und Flüchtlingselend herrschten. Zu den über 50 Gefallenen und Vermißten in Walluf zählten auch eine Reihe junger Vereinsmitglieder.

Im Spätsommer 1945 begannen Mitglieder aus der Vorkriegszeit mit der Neubelebung des Vereins. Zusammen mit den Sportfreunden aus Oberwalluf wurde unter dem Vereinsnamen "Sportgemeinschaft Ober- und Niederwalluf e.V." der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Die Vereinsfarben wurden auf rot/schwarz geändert. Um den Jahreswechsel konnte Karl August Reinacher zum 1. Vorsitzenden gewählt werden. Ihm zur Seite standen Julius Ganns, Anton Pusch, Anton Schiel, Peter Schmidt und Paul Schwed. Walter Eschborn, der Ende 1945 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, wurde Spielertrainer der Seniorenmannschaft.

Die Jahre nach dem Krieg waren getragen von gemeinsamen leidenschaftlichen Interesse am Aufbau des Sportbetriebes. Spontane Selbsthilfe und Improvisationstalent waren gefragt. So wurden aus den im Rathaus gelagerten Hakenkreuzfahnen nützliche Trikots geschneidert, die schwarzen Verdunklungsvorhänge ergaben prächtige Sporthosen. Auch ein Aushang zu einem Jugendspiel am 7. Juli 1946 war symtomatisch für diese Zeit: "Gemeinsamer Abmarsch nach Kiedrich um 11.45 Uhr."

Im Jahre 1951 schieden viele Oberwallufer Mitglieder aus, da sie einen eigenen Verein gründen wollten. Auf der folgenden Mitgliederversammlung unseres Vereines trug man dieser Tatsache mit der Änderung des Vereinsnamens in Sportgemeinschaft Walluf, kurz SG Walluf, Rechnung.